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PRESSEMITTEILUNG

„Lieblingsstücke“

„Lieblingsstücke“ zeigt Bilder im Grenzland zwischen Kunst und Fotografie. Sie sind ein Querschnitt des aktuellen Schaffens der beiden Künstler jP und Iason Clam. Lieblingsstücke tragen in besonderem Maße das Herzblut der Künstler und unterscheiden sich von anderen Arbeiten durch die Intensität emotionaler Bindung. Wer sich auf die Lieblingsstücke einlässt, entdeckt neben dem ohnehin Sichtbaren eine immaterielle Bildebene des Mystischen, nicht Fassbaren. In allen Arbeiten geht es um das Thema „Zeit“, um Zukunft und Vergangenes, futuristisch, abstrakt oder real abgebildet.

jPs Bildserie „A beautiful new world“ beschäftigt sich mit der Euphorie der Digitalisierung. Seine Menschen tanzen in eine digitale Welt. Ihre Körper tauchen bis zum Verlust ihrer eigenen Körperlichkeit in eine virtuelle Welt ein.

„Zwillingsköpfe“ ist eine Arbeit, die im Zuge der Serie „Just Light“ entstanden ist. Es sind Geschöpfe aus purem Licht. Die Bewegung der Kamera malte die Gesichter der Zwillinge auf den lichtempfindlichen Chip der Kamera. Durch die Bewahrung eines Zeitablaufs entstand ein Bild, das niemals existierte.

Seine Arbeiten zu „Creatures“ sind Werke aus einer ganzen Serie von Figuren, die von der

Zeit gestaltet wurden und durch den Künstler lebendig werden. Als Kreaturen der Verwitterung sind sie der ewigen Veränderung unterworfen.

Clam zeigt fotografische Spielereien mit futuristischer Anmutung. Aus zunächst realen Steinen werden Strukturen und bunte Strudel, die unseren Blick einsaugen.

In der Adaption des Gemäldes „Pokal des Riesen/Titan‘s Goblet“ von Thomas Cole macht Clam deutlich, wie unsere Zeit verrinnt. Er zeigt, dass unsere Zeit auf der Erde begrenzt ist und alles im Begriff ist zu zerfallen. Er verweist auf den zerstörerischen Umgang des Menschen mit der Natur.

/Mara Christensen /www.photocean.de

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KATALOG
Zur Austellung gibt es einen 30seitigen Katalog mit allen Bildern der Ausstellung und den jeweiligen Konzepten. Der Katalog kostet € 12,00 und kann auch bestellt werden.

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Ausgabe 2/2020

PRESSEMITTEILUNG

„A Moment in Time“

“Ida entdeckt das Rücken-Tattoo einer Toten, Helene ist verwirrt von einer Nackten und Bengt faszinieren sexy Modepuppen”. Die drei reagieren auf das Leben von heute. Ida, Helene und Bengt lebten nämlich vor 100 Jahren.

jPs Arbeiten sind Fotomontagen und Geschichtscollagen, zu Fotos von gestern und Bildern von heute. Aber die Vergessenen Ida, Helene und Bengt leben jetzt wieder. Die Namen seiner Protagonisten und ihre Geschichten sind ein Kunstgriff, fiktionale Prosa. So vereint jPhilipps “A Moment in Time” über 100 Jahre zwischen zwei fotografischen Augenblicken.

„Menschen sind unwiederbringlich vergessen, wenn sie nicht in der Erinnerung oder in einem Kunstwerk konserviert wurden“, so Marcel Proust beim Wort genommen.

Was jP antreibt, ist die Auseinandersetzung mit der Gegenwart und das Unbehagen über die menschliche Vergänglichkeit. Er studierte politische Ökonomie und Psychologie und arbeitete als Dozent, Journalist und Geschäftsführer einer Unternehmensgruppe. Als Fotokünstler beschäftigt er sich vor allem mit konzeptioneller Fotografie.

Die Ausstellung  “A Moment in Time” zeigt fotografische Arbeiten zu Tattoos, Selfie-Flut, Frauenbewegung, Coming-out, Graffiti, Überschuss, Migration und weiteren Themen.

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BUCH
Zur Ausstellung ist das gleichnamige Buch erschienen. Es enthält neben den Exponaten der Ausstellung zusätzlich das mit Realität und Fantasie verwobene Geflecht ihrer Geschichten. Das 80-seitige Buch kostet 28,70 €

A MOMENT IN TIME A MOMENT IN TIME

INTERVIEW

A MOMENT IN TIME

Yesterday meets today. But hearts are trembling in this new world because times have changed.
Die Fotomontagen des Künstlers jP werfen Schlaglichter auf Dinge, an die wir uns längst gewöhnt haben.
Interview: Mara Christensen

mara.C: Für Ihr Projekt „A Moment in Time“ haben Sie alte Portraits auf Flohmärkten gekauft und dann als Fotomontage in die heutige Zeit versetzt. Wie kamen Sie auf die Idee?

jP: Auf Flohmärkten sah ich kistenweise alte Fotoalben. Das interessierte mich. Fotos werden meist zur Erinnerung gemacht. Doch niemand erinnert sich noch, wenn alte Fotos wild gemischt in Schuhkartons landen. Die Fotos sind vergessen, aufgegeben und zurückgelassen. Ich finde also alte Portraits von Menschen, die lebendig waren, ein Leben hatten, Freude empfanden oder auch Leid kannten. Jetzt sind sie vergessen.

mara.C: Das ist zwar traurig, aber wenn es keine Kinder, Verwandte oder Freunde mehr gibt, dann ist das so.

 

jP: Na ja. Marcel Proust sagte einmal „Menschen sind unwiederbringlich vergessen, wenn sie nicht in der Erinnerung oder in einem Kunstwerk konserviert wurden“.

mara.C: Da ist wohl etwas dran. Und wie machen Sie das?

 

jP: Vor dem Kauf alter Portraits schaue ich mir die Fotos sehr lange an Ich versuche in ihren Gesichtern zu lesen, Mimik und Gesten zu verstehen, immer auf der Suche nach Etwas, nach möglichen Interessen, Vorlieben oder irgendeiner Geschichte, die es heute auch geben könnte.

mara.C: Aber die Welt ändert sich, wir alle ändern uns.

 

jP: Das stimmt und das ist sehr spannend bei meinen Fotomontagen, wenn ich die Portraits in die heutige Zeit versetze. Die alten Portraits müssen nämlich wieder zu leben beginnen. Da die Welt heute anders ist, als vor Hundert Jahren suche und erwarte ich Reaktionen der Portraitierten auf das Heute. Das ist sehr spannend, weil ihre Reaktion dem Betrachter meiner Bilder auf etwas aufmerksam macht, was für uns schon alltäglich geworden ist.

mara.C: Zu ihrem Projekt gibt es ein Buch mit all ihren Bildern und ihren Geschichten. Wenn man sich auf ihre Kunst einlässt, erklären sich Ihre Bilder aber von selbst. Warum dann dieses Buch?

 

jP: Na ja. Jedes Bild hat seine eigene Geschichte und jeder Betrachter meiner Bilder wird sich seine eigenen Gedanken machen. Ich wollte einfach nur meine Gedanken aufschreiben, die ich beim Kauf der alten Fotos hatte. Am Ende habe ich meine Fantasie noch etwas ergänzt, so dass ein unterhaltsames Geflecht aus Fiktion und Realität entstand.

Inspiration /Music by Shadowman

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